Kleine Auszeit auf der Kappeler Alp

 

Was gibt es Schöneres, als sich einmal eine kleine Auszeit im Alltag zu nehmen?

 

Das beste Programm, was mir dazu einfällt, ist ein Gang den Berg hinauf. Zwar zugegeben mit einer gewissen Anstrengung verbunden, doch ist gerade diese Anstrengung, wo man mal einfach mit seinem Schnaufen und Vorankommen beschäftigt ist, in Verbindung mit den wechselnden und spannenden Eindrücken der bergigen Landschaft um einen herum das perfekte Ablenkungsmanöver.

 

 

 

Da gibt es im Allgäu natürlich eine Vielzahl von Orten, die das ermöglichen. Unser schönes Allgäu, in Kurzform liebevoll USA genannt ;) , bietet Premiumeindrücke in Hülle und Fülle.

 

An dieser Stelle will und kann ich nur eine von vielen Lieblingstouren beschreiben, aber sicher eine der häufigsten, die ich begangen habe.

 

Das hat sicher auch damit zu tun, daß diese Tour für mich persönlich leicht erreichbar ist und was mir besonders gefällt, daß sie sehr vielseitig und variabel ist.

 

 

 

Mit meiner Labraorhündin war es immer ein schönes Vergnügen, in egal welcher Jahreszeit ins Auto zu springen und nach Nesslwang oder Pfronten zu fahren, um auf die Alpspitze zu steigen.

 

Auch jetzt mittlerweile ohne Hund behalte ich das gerne bei.

 

 

Die Alpspitze über Nesselwang ist von der Höhe und alpinen Gestalt nicht mit der Alpspitze in Garmisch zu verwechseln. Aber dafür ist es der Berg für alle Fälle!

 

Da kann ich bei jedem Wetter hin, egal, ob Sonne, Regen, Schneefall, oder Nebel. Diese Tour macht immer Spaß, weil sehr viele Wege dort hinauf führen. Nur einen Weg nehme ich nicht gerne: die Fahrstraße!

 

 

 

Die Alpspitze ist 1575m hoch. Der Gipfel ist sogar mit ein paar Felsen versehen, trotz der geringen Höhe. Man kann weit ins Alpenvorland schauen. Es führt eine Bahn hinauf, und im Winter gibt es hier ein kleines, gemütliches Skigebiet. Die Talorte Nesselwang und Pfronten sind ca 900m hoch gelegen.

 

 

 

Die Länge der Touren hängt natürlich von vielen Faktoren wie Gehtempo, Pausen und Wahl des Weges ab. Zum Gipfel sind es i.d.R. ohne Bahnbenutzung zwischen einer (zügiges Tempo, kurze Strecke) bis zwei Stunden (längere Strecke) oder länger bei mehr Pausen und gemütlicher Fortbewegung. Hinunter sollte man auch wenigstens eine bis zwei Stunden veranschlagen.

 

 

 

 

Meine Lieblingsstrecken sind folgende:

 

Von der Talstation der Alpspitzbahn ( am besten vom Sportgeschäft Martin) über das Dorf Bayerstetten und den Gratweg zum Gipfel. Über kleine Straßen und Wiesen zum Bergdof Bayerstetten mit sehenswerten alten Höfen, die liebevoll geschmückt sind. Ein Wegweiser zeigt uns die richtige Richtung bergauf auf einer kleinen Alpstraße neben Alpweiden mit Allgäuer Braunvieh, die später in einen Wanderweg übergeht.

 

Der schöne Weg ist still und nicht überlaufen. Hier geht es durch Wald und über kleine Lichtungen bis zum langgezogenen Grat der Alpspitze. Über Wurzeln und an abgebrochenen Baumstämmen entlang geht es mit immer wieder tollen Ausblicken zum Sattel mit einer kleine privaten Hütte. Den Gipfel mit Kreuz kann man hier bei einer kleinen Trinkpause schön beobachten, bevor es dann die letzten Meter fast kraxelnd zum höchsten Punkt geht.

 

 

Ein kürzerer Aufstieg ist direkt von der Talstation über den sogenannten Wasserfallweg. Am östlichen Ende des Parkplatzes, geht es am Skilift vorbei in den Wald und hier wunderbar am Wasser entlang, ein Vergnügen für Kinder und Hunde. Abwechslungsreich führt uns der Weg steil hinauf, teilweise helfen Treppen beim Überwinden schrofferer Stufen.

 

Nach der Überquerung der Fahrstraße geht es immer weiter steil hinauf durch den Wald bis man ziemlich unvermittelt am Sportheim Böck auskommt. Hier gibt es bereits eine traumhafte Aussicht bis nach Füssen und in die Allgäuer und Tannheimer Berge. Zum Gipfel ist es nicht mehr weit, hier geht man dann gemeinsam mit den Bahntouristen um den Gipfel herum , um ihn von hinten über einen Wiesenhang zu erklimmen.

 

 

Eine weitere tolle Möglichkeit ist die Tour von Pfronten-Kappel über die Höllschlucht. Vom Parkplatz am Waldseilgarten geht es durch den Hölltobel mit großen Wasserfällen und vielen Gumpen abwechslungsreich am Wasser entlang, bis man letztendlich durch ein kleines Waldstück auf der Wiese unterhalb der Kappeler Alp auskommt. Ein letzter ausholender Aufschwung, bevor man einen Zwischenstopp auf der urigen und sehr persönlichen Alpe einlegen kann. Hier ist die Aussicht einfach wunderbar. Man kann bis in die Tannheimer Berge und zur Zugspitze sehen, zum Forggensee und nach Füssen. Für Kinder ist hier viel Platz und Gelegenheit zum Spielen. Im Winter kann man mit dem Rodel aufsteigen und die lange Fahrstraße hinunterrodeln.

 

Wenn man sich dann noch von der Alpe trennen kann, geht man auf dem steinigen Fahrweg weiter bis zum Sportheim Böck und dann wie vorher beschrieben zur Alpspitze.

 

 

 

Wem der eine Gipfel nicht genug ist und noch besser in die südlich gelegenen Berge schauen will, der kann noch auf den gegenüberliegenden Edelsberg steigen in ca einer halben Stunde. Leider ist hier der schöne Wanderweg durch eine breite Schottertrasse ersetzt worden. Neben dem Gipfel ist dafür der 1888 erbaute und später abgerissene Pavillon wiederaufgebaut worden.

 

Als Abstieg wähle ich meistens den Weg über die im Wald gelegene Kapelle Maria Trost. Direkt hinter der Kappeler Alp führ der nordseitige Steig zunächst steil und machmal an einigen Stellen naß (aufpassen) durch Wald und freie Lichtungen mit schönen Ausblicken zur Kapelle Maria Trost.

 

Hier geht es dann über einen Kreuzweg mit Stationen bis zur Talstation an der Alpspitzbahn. Im Wald geht es hier idyllisch hinunter.

 

 

 

 

Das Schöne ist, daß man alle Wege sowohl als Aufstieg und auch als Abstieg wählen kann.

 

Einkehrmöglichkeiten gibt es viele (Sportheim Böck, Kappeler Alp, Hündleskopfhütte, Kronenhütte, Enzianhütte, Liftstüble und Panoramahütte „Alpspitz“). Man kann eine stille Variante wählen oder auch mal Gesellschaft genießen, je nachdem , wonach einem ist.

 

 

 

Die Schwierigkeit der Wege hält sich im Rahmen. Da es sich bei den von mir beschriebenen Wegen um schöne Bergsteige handelt, und nicht um Fahrstraßen, sollte man natürlich aufpassen und bei Nässe Vorsicht walten lassen. In der Regel sind die Wege aber für eine sportliche Person mit geeignetem Schuhwerk gut begehbar, da es sich nicht um hochalpines Gelände handelt.

 

 

 

Und im Winter gibt es die Möglichkeit, was mir persönlich immer besonders viel Freude macht, nach der Arbeit eine Pistenskitour am Abend auf die Alpspitze zu machen und gestärkt nach einem Getränk in trockener warmer Kleidung mit Stirnlampe den Berg hinunterzusausen. Einkehren kann man an bestimmten Abenden auf der Kappeler Alp oder dem Sportheim Böck, sowie der Kronenhütte. Das geht natürlich mit respektvollen Abstand zu den Skifahrern am Pistenrand unter Beachtung aller Regeln auch tagsüber. Oder man wählt auch hier die Variante über Bayerstetten, und geht dem Pistentrubel aus dem Weg (wenn der Schnee reicht).

 

 

 

 

Ein weiter Tipp: Ich gehe am liebsten antizyklisch. Das heißt, entweder früh am Morgen oder später am Nachmittag, wenn es Wochenende und tolles Wetter und die Bahn offen ist. Denn da sind einfach viele Menschen unterwegs. Und zum Abschalten mag man manchmal zumindest den Weg in der Stille genießen. Die Lichtstimmungen sind dann auch besonders schön. Da die Touren nicht allzulang sind, ist es für einen sportlichen Wanderer auch machbar, mal etwas später loszugehen. Eine Stirnlampe dabeizuhaben, kann aber nicht schaden. Einmal war ich mit Freunden unterwegs, die ich gefragt habe, ob sie mit mir zum Mittagsessen auf die Hündleskopfhütte kommen wollen. Daraus ist dann bei traumhaftem Herbstwetter eine tagesfüllende Tour geworden, weil wir durch den Hölltobel aufgestiegen sind, auf der Kappeler Alp einkehrten, doch noch auf beiden Gipfeln waren und am Spätnachmittag auf der Hündleskopfhütte eintrudelten , wo die liebenswerte Wirtin uns mit Einfallsreichtum noch etwas zum Essen machte. Abgestiegen sind wir dann mit einer einzigen Stirnlampe für alle. Seitdem werde ich immer aufgezogen, ob man eine „Hierabira“ (allgäuerisch für Stirnlampe = Hirnbirne ;) ) mit einpacken sollte.

 

Wie gesagt, gehe ich auch gerne dort bei „unschönem“ Wetter. Ich liebe es, mich zu bewegen und dann zufrieden nach dem eindrücklichen Naturerlebnis ins Auto zu steigen.

 

Vielen herzlichen Dank an Michéle Rief, für die Erlaubnis, auf der Kappeler Alp mein Fotoshooting zu machen, und auch für die tolle Bewirtung, es hat mega geschmeckt!

Vielen Herzlichen Dank ebenfalls an meine Models Anett und Alex. Mit euch hat es riesig Spaß gemacht und Danke für euer Engagement in der Sache!!

 

 Wer sich genauer für die Wege interessiert, kann auf folgenden Seiten die wichtigsten Informationen finden:

 

 

https://www.nesselwang.de/alpspitzbahn-allgaeu.html

 

https://www.pfronten.de/

 

https://www.nesselwang.de/

 

https://www.kappeleralp.de/

 

https://huendeleskopfhuette.de/

 

https://www.sportheim-boeck.de/

 

Ich wünsche viel Spaß beim Entdecken!

Sabine Manteuffel

 

 

 

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