Girlstour auf das Kasermandl im Lechtal

mehr lesen 0 Kommentare

Kleine Auszeit auf der Kappeler Alp

 

Was gibt es Schöneres, als sich einmal eine kleine Auszeit im Alltag zu nehmen?

 

Das beste Programm, was mir dazu einfällt, ist ein Gang den Berg hinauf. Zwar zugegeben mit einer gewissen Anstrengung verbunden, doch ist gerade diese Anstrengung, wo man mal einfach mit seinem Schnaufen und Vorankommen beschäftigt ist, in Verbindung mit den wechselnden und spannenden Eindrücken der bergigen Landschaft um einen herum das perfekte Ablenkungsmanöver.

 

 

 

Da gibt es im Allgäu natürlich eine Vielzahl von Orten, die das ermöglichen. Unser schönes Allgäu, in Kurzform liebevoll USA genannt ;) , bietet Premiumeindrücke in Hülle und Fülle.

 

An dieser Stelle will und kann ich nur eine von vielen Lieblingstouren beschreiben, aber sicher eine der häufigsten, die ich begangen habe.

 

Das hat sicher auch damit zu tun, daß diese Tour für mich persönlich leicht erreichbar ist und was mir besonders gefällt, daß sie sehr vielseitig und variabel ist.

 

 

 

Mit meiner Labraorhündin war es immer ein schönes Vergnügen, in egal welcher Jahreszeit ins Auto zu springen und nach Nesslwang oder Pfronten zu fahren, um auf die Alpspitze zu steigen.

 

Auch jetzt mittlerweile ohne Hund behalte ich das gerne bei.

 

mehr lesen 0 Kommentare

Pause im Tannheimer Tal

Gestern war ich in den Bergen. Im Tannheimer Tal, eigentlich Tirol und doch für uns Allgäuer ein bissl noch Allgäu . Von Nesselwängle bin ich auf den Gipfel der Roten Flüh. Flüh ist ein altes Wort für Felswand. Ich habe mir bewusst viel Zeit gelassen, um die kostbare Zeit zu genießen. Teepausen, das Beobachten eines Gamsrudels und die Aussicht waren gestern die Höhepunkte eines wunderschönen Tages in den Bergen.

 

In den letzten Wochen habe ich sehr hart gearbeitet. Tag für Tag stand ich in meinem Atelier und habe Kundenwünsche erfüllt, neue Modelle von Jacken entwickelt, einen Laden in München versorgt mit allerhand Wildfräuleinsachen, sowie für ein weiteres Projekt (coming soon) Sachen bereitgestellt, Schnitte gezeichnet, viele Stunden am Computer verbracht und meinen Körper ziemlich hängen lassen. Meine alte Hündin Leila muss und kann nun gar nicht mehr so viel laufen (sie wird am 27. November 14 Jahre alt) , drum nehme ich sie nicht mehr mit zum Wandern in die Berge. Ihr zuliebe habe ich auf meine bisherigen Spontantrips nach Feierabend verzichtet.

 

Als gestern früh mein Partner mit meinem Hund zur Hundephysiotherapie ( ja, das gibt es ;) )gefahren ist und sie anschließend zu seinem Freizeittermin mitgenommen hat, habe ich die Gelegenheit ergriffen und statt der Fahrt ins Atelier die Fahrt in die Berge unternommen. 

Ich hatte schon Entzugserscheinungen.

Meine neue Kamera war im Gepäck und eine unentbehrliche Kanne Tee.

So startete ich im Tannheimer Tal zur Roten Flüh! Beim Bergrauflaufen zog ich mir die Weste aus und fand das Wetter ziemlich warm, es war auch föhnig und traumhaft schön. Ich nahm mir mal ganz bewußt Zeit und fotografierte viel, damit ich die Kamera besser kennenlerne und die Landschaft bewußter wahrnehmen kann.

 

An einer kleine privaten Hütte machte ich Teepause und fotografierte mein Stirnband und mich selbst mit dem Selbstauslöser. Sowas macht mir einfach Spaß!

Neben dem Weg entdeckte ich in etwas Entfernung ein Rudel Gämsen. Sonst beachtete sie niemand. Die meisten waren auf den Weg zum Gipfel fixiert oder beim Klettern.

Kurz unter dem Gipfel gab es rutschige und vereiste Stellen im Fels, Trittsicherheit war nun gefragt. Ich liebe es, mich darauf zu konzentrieren und denke dabei nun wirklich nicht mehr an den Alltag.

Am Gipfel war es schön und nicht allzuviele Leute da.

 

Beim Abstieg setzte ich mich nochmal in die Sonne und genoss Stille und Aussicht.

 

Meine Entwürfe, die ich mache, leben von diesen Momenten. Ohne diese Touren würden gar nicht diese Ideen entstehen. Manches schießt mir auf dem Weg durch den Kopf. Zu einem späteren Zeitpunkt wird das Ganze dann spruchreif und aus der Idee Wirklichkeit. Das ist alles ein Prozeß. Das Wichtigste an einer solchen Tour ist für mich die ungeheure Energie und das Glücksgefühl, was Power gibt und für mich einen Sinn stiftet.

 

Das Wildfräulein ist gestern aus seinem Alltag ausgebrochen und es hat ihm gut getan. Auch wenn mal was liegengeblieben ist!

 

In diesem Sinne: einfach mal loslassen und diese Momente wirklich aus vollstem Herzen genießen und speichern. Im Herzen ( am wichtigsten) und auf dem Papier oder z.B.auf der Homepage.

mehr lesen 1 Kommentare

Bergmode heute, Altes und Neues verbinden.

Eine Facebook-Erinnerung an ein Posting von vor ziemlich genau einem Jahr wies mich darauf hin.

 

Gramais. Wer kennt diesen Ort? Ist nicht so berühmt wie Chamonix, ist auch ein Dorf in den Bergen, aber eher unbekannt. Mich zieht es dennoch immer wieder magisch an, im Gegensatz zu irgendwelchen In-Metropolen und anderen Orten, wo man angeblich mal gewesen sein muss. Diese in meinen Augen ganz besondere Ortschaft findet man im Lechtal, in Tirol. Um einige Lodenmodelle abzufotografieren, habe ich diesen Ort ausgewählt, da er mich sehr stark inspiriert. Vom Lechtal biegt man in Häselgehr ab und windet sich mit dem Auto die kurvenreiche, schmale Straße mit Lawinengalerien einige Kilometer bergauf bis auf 1321m. Die Kirche mit dem roten,spitzen Dach ist Mittelpunkt einer traumhaften Bergkulisse, die nicht zu nah ist und auch nicht zu weit weg.

 Im Gasthaus Alpenrose machten wir Station. Es begann gerade leicht zu regnen. Wir hatten es ja nicht eilig, und meine Freundin, die den Ort noch nicht kannte, und ich waren uns einig, daß wir erst mal einen Tee trinken. Es wirkt dort immer so, als ob die Zeit etwas stehengeblieben ist. Dieses Gefühl war an diesem Tag durch die Abwesenheit unbeschwerter Urlaubsgäste unter Sonnenschirmen besonders präsent. Aber überhaupt nicht negativ gemeint, ganz im Gegenteil: Die Zeit blieb nun auch für uns stehen. Handy und Termine spielten an diesem Wochentag im frühen Mai gar keine Rolle mehr, wir genossen die Stille im Gastraum und das sanfte Grau draußen mit der leicht melancholischen Bergkulisse. Ich kenne die Destination von einigen besonders einprägsamen Bergtouren. Mit meiner Mutter bin ich eigens dorthin gefahren, um im Sommer in der Abendsonne zu Abend zu essen. Meine Mutter meinte, daß sie die Berge schöner aus der Distanz findet, sie wirken dort auch sehr beeindruckend und, wie oft im Lechtal, ein wenig abweisend. Im Allgäu sind Alpweiden mit dem typischen Braunvieh bis auf bald 2000m bewirtschaftet, was immer etwas Belebteres hat, als hier die dunklen Bergwälder und einsamen Heustadel, und weiter oben dann nur noch Felsgelände. Wir beendeten das meditative Teegespräch und traten vor die Türe. Es nieselte nur mehr und da wir ja Loden fotografieren wollten, gab es keinen Grund, weiter zu warten. Wir gingen langsam durch das Dorf und bewunderten die mehrere Jahrhunderte alten Tiroler Holzhäuser auf dem Weg dorfauswärts. Man braucht in Gramais eigentlich gar keine Strecke zurücklegen, um perfekte Naturhintergründe zu finden. Wir kamen nur ein paar Meter weit, da bot sich eine Bank an mit großartigem Blick auf die Ortschaft vor den Bergen. Ich fühlte, daß das der richtige Platz war, um meine Lodenmodelle zu präsentieren. Meine Freundin fotografierte mit Elan, ich freute mich an der großartigen Kulisse und an der gemeinsamen kreativen Tätigkeit in einer Landschaft, die uns beide pushte. Es ging um dieses einzigartige Gefühl, das mich dazu inspirierte, diese ersten Lodenteile zu entwerfen und die Atmosphäre von Gramais drückte das perfekt aus. Diese Entrücktheit und Zeitlosigkeit, diese unglaubliche Ruhe, die uns aufatmen lässt, dieses Verschnaufen vom geschäftigen, stets simsenden Alltag. Zu sich selbst kommen, und spüren, was wirklich wichtig ist. Deswegen so eine schlichte Mode, die nur ein Teil anbietet, statt drei verschiedene, und lieber etwas von Wert, was nun mal 2-3 Wochen von der Bestellung bis zur Ankunft bei der Auftraggeberin erfordert und wie früher, auf ihre individuellen Bedürfnisse angepasst ist. Und Beständigkeit vermittelt. Durchaus aus der Zeit gefallen, altmodisch, aber vielleicht doch das, was mir manchmal brauchen.

 

 

 

mehr lesen 0 Kommentare

Outdoormode, Loden und wie alles zusammengeht! Ein Tag im März 2002, der alles veränderte...

...als ich von zuviel Arbeit ausgebrannt für ein verlängertes Wochenende nach Oberstdorf gefahren bin. Damals begann meine große Wanderleidenschaft auf dem Weg zum Freibergsee. Mit Secondhand-Pseudo-Wanderschuhen kam ich Samstags dort an. Überwältigt von der grandiosen Aussicht saß ich dort am Ufer des in die Berge eingebetteten Sees und fragte mich, warum ich das noch nicht längst gemacht hatte.

 

Ich wollte und konnte an diesem Dreitagewochenende nicht aufhören zu laufen. Und zu staunen. Mein Körper kam zu seinem Recht, wie ein Verdurstender an der rettenden Quelle. Abends kam ich kaum die Treppe runter in meinem Hotel vor lauter Muskelkater, aber ich war glücklich wie lange nicht mehr! Am dritten Tag hatten die Geschäfte auf und noch in Oberstdorf kaufte ich mir richtige Wanderschuhe.

mehr lesen 0 Kommentare